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NEWS
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Zur Gründunggeschichte des Pariser Surrealismus gehören eine Handvoll Literaten, einige Maler und ein am 15. Oktober 1924 publiziertes, erstes Manifest. Letztes von André Breton (Tinchebray 1896–1966 Paris) verfasst, zählt heute neben seiner zweiten, aktualisierten Version von 1929, den von den Surrealisten herausgegebenen Zeitschriften wie den von ihnen veranstalteten Ausstellung zu den wichtigsten Quellen der avantgardistisch-revolutionären Ziele der Gruppe. In Anschluss an die Traumdeutung Freuds wollten die Surrealisten den unbewussten Zuständen menschlichen Lebens – im Gegensatz zu Materialismus, Positivismus, Rationalismus und die Herrschaft der Logik – einen fundamental neuen Stellenwert verleihen. mehr ... |
Die große Sommerausstellung in der Schallaburg widmet sich der sozialgeschichtlichen Aufarbeitung des Ersten Weltkriegs. Dabei beschränken sich die Kuratoren nicht nur auf die k. & k. Monarchie, sondern präsentieren auch Schicksale und autobiografische Notizen von Nicht-Österreicher_innen. „Menschen von 1914“, wie diese Protagonisten genannt werden, geben dem Krieg ein Gesicht und vertreten die unterschiedlichsten Ansichten. mehr ... |
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„Wege in die Moderne. Weltausstellungen, Medien und Musik“ benennt jene drei Blickpunkte, von denen aus die Sammlungsbestände des Bayerischen Gewerbemuseums in Nürnberg helfen, Aspekte der gesellschaftlichen und technologischen Entwicklung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts besser zu verstehen. Mehr als sechs Millionen Besucher_innen hatten 1851 die erste Weltausstellung im Crystal Palace in London gestürmt, um Waren von etwa 17.000 Ausstellern zu bestaunen. Die verbesserte Infrastruktur ermöglichte auf den Gebieten Kunsthandwerk, Maschinenbau, Wissenschaft und Kunst erstmals einen internationalen Vergleich. Um im globalen Warenverkehr bestehen zu können, wurden in der Folge allerorts repräsentative Mustersammlungen für Handwerker und Gewerbetreibende angelegt. mehr ... |
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Die Städte Wien, Sarajevo und Brünn gedenken des Ausbruchs des 1. Weltkriegs und der ersten Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner (1843–1914), indem sie gemeinsam eine Ausstellung mit dem Titel „Der Menschheit Würde…“ zusammenstellten. Der interkulturelle Dialog offenbart die Begriffs- wie Darstellungsproblematik, denn Würde hat man, sie ist jedoch schwer abbildbar. Die markantesten Formulierungen gelingen dann, wenn es um Würdelosigkeit und Herabwürdigung des Menschen geht, wenn die Würde des Menschen mit Füßen getreten wird. So gelingt es den Kurator_innen eine Schau über einen abstrakten Begriff zusammenzutragen, der die unterschiedlichsten Bereiche menschlichen Zusammenlebens ins Visier nimmt: Der Umgang mit Kindern (Stichwort Kinderrechte) wird dabei genauso berücksichtigt wie der Marktwert von Künstler_innen oder der Umgang mit Asylwerber_innen und Obdachlosen. mehr ... |
Die Fortsetzung von GANYMED BOARDING im Jahr 2010/2011 stellt sich als internationales Projekt mit den Partnerländern Polen, Ungarn und Österreich erneut der Frage, wie Alte Meister aus aktueller Sicht verlebendigt werden können. Jacqueline Kornmüller und Peter Wolf inszenieren aktuelle Texte und Kompositionen mit einem Ensemble aus 23 Schauspieler_innen, Tänzer_innen und Musikern – darunter Maria Bill, Sona MacDonald, Nicole Heesters, Katharina Stemberger und János Kulka. In Summe ein interessanter Theaterabend, der jedoch oftmals die Werke, um die es doch auch geht, vergessen lässt. mehr ... |
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FLORENZ! Mehr braucht es als Titel nicht, um einen der mythischsten Sehnsuchtsorte in Italien zu beschreiben. Eine Stadt als Synonym für Kunst und Kultur, gelungene Stadtplanung seit der Renaissance (seit 1982 UNESCO-Weltkulturerbe), eine neuartige Verbindung von Wissenschaft und Kunst und schlussendlich eine Kunstförderung durch die Bürger und Herrscher aus der Familie der Medici, die über ganz Italien und noch weiter ausstrahlte. Die Bedeutung dieser Stadt über den Zeitraum von ca. 400 Jahren darzustellen und gleichzeitig den im 19. Jahrhundert geprägten Mythos „Florenz“ aufzubrechen, tritt die Herbstausstellung der Bundeskunsthalle in Bonn an. Mit Annamaria Giusti („Ursprung und Glan der Galleria dei Lavori der Medici“), Bernhard Roeck („Weltkultur am Arno. Renaissance, Renaissancen und Florenz“) und Gerhard Wolf („Florenz als Raum-Experiment und Selbstausstellung“) konnten drei Kuratoren gewonnen werden, für die die Stadt zum Lebens- und Forschungsmittelpunkt wurde. Sie laden mit der Ausstellung zur „Imagination einer Reise ein“ (Wolf), einem virtuellen Streifzug durch Stadtraum und Geschichte. Mit 45 Leihgebern aus Florenz und Umgebung sowie weiteren 25 Institutionen aus Europa und den USA konnte eine repräsentative Auswahl der Florentiner Kunst zusammengestellt werden.
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„and Materials and Money and Crisis“ stellt im mumok bis 4. Februar 2014 Material, Geld und Krise diskursiv ins Zentrum von künstlerischer Recherche. Elf Künstler_innen - Terry Atkinson, Maria Eichhorn, Melanie Gilligan, Gareth James, Sam Lewitt, Henrik Olesen, Pratchaya Phinthong, R. H. Quaytman, Lucy Raven, Cheyney Thompson und Emily Wardill – stellen sich in neuen bzw. aktualisierten Arbeiten dem schwierigen Verhältnis zwischen der Materialität des Kunstwerks, seiner Rolle im Kunstmarkt und der globalen Wirtschaftskrise. mehr ... |
Das MUSA präsentiert im Zweijahres-Rhythmus eine Auswahl aus einem Jahrzehnt Wiener Kunstschaffens. Im Herbst/Winter 2013/2014 werden die 70er Jahre unter dem Titel „Expansion der Wiener Kunst“ aufgefächert. Bereits ein schneller Rundgang zeigt, wie viel die heutige Kunstszene diesem Jahrzehnt verdankt, und wie viele Künstler_innen von den großen Ausstellungshäusern sträflich vernachlässigt werden. mehr ... |
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Die Niederösterreichische Landesausstellung 2013 „Brot & Wein“ beschäftigt sich in umfassender Weise mit einer Kulturgeschichte dieser beiden Grundnahrungsmittel. Der sakramentale Gesichtspunkt, der im Titel deutlich mitschwingt, tritt an verschiedenen Orten und Räumen der Ausstellung auf, ist aber keineswegs ein tragender. Vielmehr werden in vielfältiger Weise die Herstellung von Brot und Wein, vor allem in ihrer Bedeutung für die Wirtschaft, das tägliche Leben und die unterschiedlichsten kulturellen Anwendungsformen anschaulich nachgezeichnet. Dabei bilden nicht nur Kunstwerke eine tragende Säule in der Visualisierung, sondern interaktive Medien, Spiele und Verkostungen von „Urzeit-Knäcke“ werden ebenso gezielt wie besucher_innenfreundlich eingesetzt. mehr ... |
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Die Frühjahrsausstellung des Belvedere 2010 ist niemand Geringerem gewidmet als dem Erbauer des Schlosses Prinz Eugen von Savoyen (1663-1736). Die umfassende Schau zeigt den bedeutenden österreichischen Feldherrn nicht nur als erfolgreichen Militär und als Stütze des Hauses Habsburg, sondern lässt auch den Kunst- und Büchersammler, den Auftraggeber für Architekten und Kunsthandwerker wiederauferstehen. mehr ... |
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Zu den sicherlich beeindruckendsten Objekten der Ägyptisch-Orientalischen Sammlung des Kunsthistorischen Museums Wien gehört der sog. „Ersatzkopf“ aus dem Alten Reich (ca. 2609 – 2584 v.Chr.). 1914 bei der österreichischen Grabung in Giza gefunden, kam er durch Fundteilung nach Wien. Internationale Leihgaben ergänzen die Kabinettsausstellung rund um den schönsten aller Ersatzköpfe. „Im Schatten der Pyramiden“ liegen Abertausende von Mastaba-Gräbern, an deren Erforschung österreichische Grabungen von 1912 bis 1929 beteiligt waren. Einige Stücke und vor allem digitale Visualisierungen beleuchten rund um Saal VIII sowie in den drei angrenzenden Kabinetten die Kunst und den Jenseitsglauben im Alten Reich. mehr ... |
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Wer derzeit im Kunsthistorischen Museum die Antikensammlung besucht, stößt auf 14 in der gesamten Abteilung verteilte Rekonstruktionen griechischer und römischer Skulpturen. Der sog. „Perserreiter“ zeigt das bunte Beinkleid eines Orientalen und verweist mit seiner Farbenpracht auf die Ausstellung, die nicht nur bunte Götter sondern auch historische Figuren und Grabmonumente zeigt. Auch wenn Johann Joachim Winckelmann (1717–1768) bereits die Farbigkeit einiger Funde beschrieb, von Einfachheit und stiller Größe ist hier nichts zu sehen. mehr ... |
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Auf die Frage, welche Bewandtnis es mit der Nacht in Wien hätte, antworten die Kuratoren Brigitte Borchhardt-Birbaumer und Harald Krejci im Belvedere mit 282 Ausstellungsobjekten – 72 davon aus eigenem Bestand. Das Belvedere besitzt in seiner Gemäldesammlung eine erhebliche Anzahl von „Nachtstücken“ aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Darüber hinaus schufen Wolfgang Amadeus Mozart und Emanuel Schikaneder mit der „Königin der Nacht“ aus der „Zauberflöte“ eine bemerkenswerte Protagonistin, die dem Licht der Aufklärung die Dunkelheit der Nacht entgegensetzt (1791 in Wien uraufgeführt). Knapp 100 Jahre später sollte sich Sigmund Freud mit der Traumdeutung ebenfalls in die Nacht-Geschichte Wiens einschreiben. Die durchaus schwierig zu verstehende Ausstellung soll hier ein wenig aufgeschlüsselt werden. mehr ... |
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Das kleinformatige Bild „Kino – Ende“ (2003, Privatbesitz), das im letzten Raum des Unteren Belvedere hängt, darf als Bildwitz verstanden werden, bedeutet aber nicht den Schluss der Schau. In der Orangerie geht es weiter!Das kleinformatige Bild „Kino – Ende“ (2003, Privatbesitz), das im letzten Raum des Unteren Belvedere hängt, darf als Bildwitz verstanden werden, bedeutet aber nicht den Schluss der Schau. In der Orangerie geht es weiter! mehr ... |
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William S. Burroughs (1914-1997) gehört neben Jack Kerouack und Allen Ginsberg zu den wichtigsten amerikanischen Autoren der Beatgeneration. Seine Bücher – darunter das berühmte „Naked Lunch“ (1959 erstmals erschienen) – aber auch die Nutzung der Cut-up-Technik machten Burroughs zu einem Idol der Gegenkultur. mehr ... |
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„Herrreinspaziert, herrreinspaziert! Manege frei für Menschen, Tiere, Sensationen!“ Dass der Zirkus eine Welt der Superlative, des Geheimnisvollen und des Abenteuers ist, die die Besucher in ihren Bann zu ziehen vermag, scheint eine Plattitüde und kaum der Rede wert. Diesen Mythos einer Parallelwelt mit eigenen Regeln und Gesetzen kritisch zu hinterfragen, ist das Ziel der Ausstellung und in ihr von unterschiedlichsten künstlerischen Strategien. Angesichts der gezeigten Werke wird schnell deutlich, mit welchen Mitteln diese „Parallelwelt Zirkus“ operiert. mehr ... |
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James Cook (1728-1779) gehört zu den wichtigsten Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts. Als Selfmademan, Entdecker, Weltumsegler, Aufklärer, Wissenschaftler und Märtyrer ging er in die Geschichte ein. Die großangelegte Ausstellung im Völkerkundemuseum macht die Beschwerlichkeit aber auch die Erfolge dieser ersten auf Beobachtung, Messen und Rechnen gestützten, naturwissenschaftlichen Erforschung der Südsee deutlich. Etwa 500 Objekte – davon etliche aus dem Bestand des Wiener Museums – belegen die reiche Sammeltätigkeit von Crew und Kapitän. Auf drei Weltumseglungen trugen Cook und die ihn begleitenden Wissenschaftler Naturalien und Kultgegenstände zusammen, erforschten und vermaßen Polynesien und brachten neues Wissen nach Europa. mehr ... |
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„Zwischen Dürer und Napoleon“ siedelt die Albertina ihre eigene Gründungsgeschichte an. Herzog Albert von Sachsen-Teschen (1738–1822) stieg am Wiener Hof vom Offizier zum Ehemann von Erzherzogin Marie Christine (1742–1798), der Lieblingstochter von Maria Theresia, auf. Entlang ihrer Biografien entwickelt Kurator Christian Benedik anhand von ca. 400 Werken Leben und Wirken des umtriebigen Sammlerehepaars. Vier Räume durchbrechen die Chronologie der Ereignisse, um die wichtigsten Erwerbungen des Herzogs zu präsentieren: Dürers berühmter „Feldhase“ und seine Betenden Hände“ sind genauso zu sehen wie Blätter von Leonardo, Michelangelo und Raffael, Pieter Bruegel d.Ä., Rubens und Rembrandt. Gegen Lebensende überrascht der Herzog mit dem Ankauf von zeitgenössischen Künstlern wie Johann Heinrich Füger, Jacques-Louis David und Caspar David Friedrich. mehr ... |
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Zwischen „Ich habe es gesehen“ und „Man kann es nicht ansehen“ changieren menschliche Reaktionen auf Leid und Schmerz, bildlich darstellbar mit Hilfe von Wunden. Dass die Darstellung derselben in der spätmittelalterlichen, christlichen Kunst einen wichtigen Stellenwert einnahm, belegen die unzähligen Schmerzensmann-Darstellungen in Form von Gemälden und Druckgrafiken. Welche Verbindungen sich von der Imago pietatis über Francisco de Goyas „Desastres de la guerra“ zur Kunst der Moderne knüpfen lassen, darüber klärt der von Reinhard Hoeps und Richard Hoppe-Sailer herausgegebene Katalog zur Ausstellung „Deine Wunden“ auf. Über den Begriff der Verletzung lassen sich spätmittelalterliche schmerzensmann-Darstellungen mit Lucio Fontanas zerschlitzten Leinwänden und Arnulf Rainers Kreuzübermalungen miteinander in Beziehung setzen. mehr ... |
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Was wäre, wenn die drei gebürtigen Sachsen Richard Wagner (1813–1883), Max Klinger (1857–1920) und Karl May (1842–1912) einander getroffen hätten? Was hätten sie einander zu erzählen gehabt und worüber hätten sie sich verständigt? Wenn man den Katalogautoren der Ausstellung „Weltenschöpfer“ in Leipzig folgt, dann ergibt sich die größte Schnittmenge im Bereich der heldenhaften Protagonisten und der nicht minder heroischen Landschaft in ihren Werken. Die Schau versucht, deutsche Hoch- und Populärkultur des 19. Jahrhunderts auf die gemeinsame Wurzel der romantischen Landschaftsauffassung zurückzuführen und schlüsselt dabei augenzwinkernd Prototypen von Schauplätzen auf. mehr ... |
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Im Kerber Verlage erschien der Ausstellungskatalog zu einer der spannendsten Ausstellungen in diesem Sommer: Déjà -vu? Die Kunst der Wiederholung von Dürer bis YouTube. Das gemeinsam von der Staatlichen Kunsthalle und der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe organisierte Vorhaben widmet sich dem Kopieren und Rezipieren, von Kupferstichen nach Dürer bis „The Eye of God – Recreating Andreas Gursky“ von Florian Freier (2009). mehr ... |

















