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NEWS
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Zirka 230 Fotografien, 30 Gemälde und 50 Arbeiten auf Papier von und mit Oskar Kokoschka (1886–1980), so die Bilanz der Herbstausstellung des Leopold Museums, Wien. Das Kuratorenteam Tobias G. Natter, Franz Smola, Patrick Werkner und Bernadette Reinhold wählten aus den ca. 5.000 erhaltenen Aufnahmen, die Dr. Olda Kokoschka (1915–2004) der Universität für angewandte Kunst in Wien hinterlassen hat, knapp 230 zum Werdegang und zur medialen Wirkung des berühmten Künstlers aus und ergänzten sie durch wichtige Leihgaben aus aller Welt. Der Titel „Kokoschka – Das Ich im Brennpunkt“ fokussiert auf die repräsentative Funktion der Medien: Im Zentrum steht Kokoschka, Fotografien und Kunst gewähren einen Einblick in dessen Leben von seinen Postkartenentwürfen für die Wiener Werkstätte über die berühmten Städteansichten bis zum späten Gemälde „Amor und Psyche“ und der Lithografiefolge „Jerusalem Faces“ (1973). mehr ... |
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Ulla von Brandenburg, Susi Jirkuff und Hannes Böck bestreiten den fünften Zyklus der 2013er Ausstellungen der Wiener Secession. Vor allem auf Ulla von Brandenburgs Installation und Filmarbeit im Hauptausstellungsraum darf man gespannt sein. Die 1974 in Karlsruhe geborene Künstlerin, die in Paris und Hamburg lebt, stellt ihren neuen Schwarz-Weiß Film „Die Straße“ vor. Bevor sich die Besucher_innen in den Film setzen können, müssen sie allerdings eine riesige Bühne erklimmen! mehr ... |
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Die Herbstausstellung der Albertina präsentiert die „Fauves“ (franz. für Wilde/Bestien/wilde Tiere), eine Gruppe von französischen Künstlern rund um Henri Matisse, die zwischen 1905 und 1907 in wechselnder Beteiligung miteinander ausstellten. Rund 160 Werke von 50 internationalen Leihgebern konnten die Kuratoren Heinz Widauer (Albertina) und Claudine Grammont (Paris) für die Ausstellung zusammentragen. mehr ... |
Emil Nolde (1867–1956) gilt heute als einer der wichtigsten Expressionisten des frühen 20. Jahrhunderts – nicht nur in Deutschland. Seine Bildmotive sind zwar in der traditionellen Malerei verankert, so finden sich neben zahlreichen Porträts Meeresansichten und Küstenlandschaften, Garten- und Blumenbilder, Szenen aus dem Großstadtleben in Berlin und zahlreiche religiöse Darstellungen, sein freier Umgang mit Farbe ist jedoch legendär. Die Leihgaben für die Nolde-Schau in Baden-Baden stammen aus dem reichen Bestand der „Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde“, die sich im Wohn- und Atelierhaus der Noldes (errichtet zwischen 1926 und 1932) mit liebevoll gepflegter Gartenanlage befindet und dort auch besichtigt werden kann. Die Ausstellung in Baden-Baden führt vor allem farbenprächtige Blumen-, Garten- und einige Figurenbilder zusammen. Das Gebäude von Richard Meyer mit seinen vielen Fenstern und Durchsichten in den umliegenden Garten ermöglichte ein Zusammenspiel von Natur- und Kunstgenuss. mehr ... |
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Das Belvedere würdigt den Wiener Biedermeiermaler Michael Neder (1807–1882) mit einer ersten Museumsausstellung! Galt der Künstler bislang als „Schustermaler“, als Autodidakt und als armer Künstler, so kann Kuratorin Sabine Grabner im Katalog (Hirmer) mit diesen Vorurteilen aufräumen. Auch einen Vornamen hat Neder nun weniger: Bei Thieme/Becker als „Johann Michael Neder“ geführt, zeigte sich während der Recherche, dass der erste Vorname in keinem Dokument nachweisbar ist. Bekannt wurde Neder, der einer Schusterdynastie entstammte, für seine „nüchternen“ Beschreibungen des Wiener Volkslebens, Wiener Typen inklusive. Man trifft sie auf Volksfesten, in Kaffeehäusern und Gaststätten, seltener in vornehmen Salons. Einzeln porträtiert, wirken Schlachter und Kutscher wie Mittler zwischen barocken Kaufrufen von Christian Brand (ab 1775) und Augusts Sanders (1876–1964) Fotoprojekt „Menschen des 20. Jahrhunderts“ (1925–1964). mehr ... |
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Knapp einen Monat lang zeigt Kurator Florian Steininger im Bank Austria Kunstforum eine Soloschau zu Jürgen Messensee. Der 1936 in Wien geborene Maler und Zeichner, der zwischen 1955 und 1960 an der Wiener Akademie studierte, zählt seit den 80er Jahren zu den führenden Protagonisten der expressiv-abstrahierend arbeitenden Künstlergeneration. mehr ... |
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Etwas mehr als zehn Jahre nach dem Tod des österreichischen Malers Kurt Kocherscheidt (1943–1992) widmet ihm das Essl Museum die erste posthume Retrospektive in Österreich. Kurt Kappa Kocherscheidt gilt als ein Einzelgänger, ein „Unzeitgemäßer“ (Peter Noever), ließ sich nie einordnen in die Schulen oder Gruppen seiner Zeit. Die Werkschau bringt Arbeiten aus den großen Sammlungen Kocherscheidts zusammen, um das Werk aus der zeitlichen Distanz neu zu bewerten. Das Morat-Instituts in Freiburg/Breisgau, die Sammlungen des Ehepaars Essl und von Botho von Portatius, Berlin sowie der Nachlass stellen das Werk des Wieners erneut zur Diskussion. mehr ... |
Das MUSA präsentiert im Zweijahres-Rhythmus eine Auswahl aus einem Jahrzehnt Wiener Kunstschaffens. Im Herbst/Winter 2013/2014 werden die 70er Jahre unter dem Titel „Expansion der Wiener Kunst“ aufgefächert. Bereits ein schneller Rundgang zeigt, wie viel die heutige Kunstszene diesem Jahrzehnt verdankt, und wie viele Künstler_innen von den großen Ausstellungshäusern sträflich vernachlässigt werden. mehr ... |
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Bis heute wirkt das Werk von Bruno Gironcoli (1936–2010) auf den ersten Blick singulär und rätselhaft. Die österreichische Tradition der Nachkriegszeit, geprägt von Fritz Wotruba (1907–1975), findet in den seit den 70er Jahren entstandenen Installationen oder Environments von Gironcoli keine Nachfolge. Der ausgebildete Goldschmied und Autodidakt positionierte seine Objekte ohne Podeste im Raum, arbeitete mit Verfremdungen, abstrus-absurden Zusammenstellungen wiedererkennbarer Einzelstücke und metallenen Farben auf Polyester. Thema ist immer der Mensch, auch wenn oft die Körper abwesend sind. Doch welche Bezüge lassen sich zu zeitgleich wenn auch höchst unterschiedlich arbeitenden internationalen Kollegen wie Joseph Beuys, Carl Andre, Jürgen Klauke oder Louis Bourgeois herstellen? mehr ... |
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Der international renommierten Modefotografin Elfie Semotan (* 1941) wird in Krems die erste Österreich-Retrospektive ihrer Karriere gewidmet: Neben Modefotografien, die die außergewöhnliche Stellung der Fotografin belegen, finden sich Landschaftsbilder, Künstlerporträts aber auch jüngere, konzeptuelle Arbeiten. Insgesamt werden ca. 170 Fotografien gezeigt, viele davon in Serien gehängt. Die gesamte Ausstellung lässt das Werk Semotans als Auseinandersetzung mit kunsthistorischen Vorbildern und subversives Vorgehen in der Modeszene erkennen. mehr ... |
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Das Ferdinandeum in Innsbruck widmet dem österreichischen Konzeptkünstler Lois Weinberger (* 1947) eine kompakte Überblicksschau im 1. Stock. Bevor man sich den Kunstwerken der hauseigenen Sammlung nähert, trifft man im Stiegenhaus bereits auf Schwämme, die sich scheinbar im Gebälk eingenistet haben bzw. Projekte, mit Hilfe derer sich der Kulturraum in einen Naturraum zurückverwandeln lässt. Weinberger ist seit den 1970er Jahren für sein projektorientiertes Arbeiten u.a. mit pflanzlichen Materialien bekannt. Seine Kunstprojekte sind zwischen ruralem und urbanem Raum angesiedelt, analysieren auf eine poetische Art die Umwelt und eröffnen Freiräume für die bedrängte Natur. mehr ... |
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Kiki Kogelnik in der Kunsthalle Krems ist eine schrill-bunte Sommerausstellung mit weiblichem Tiefgang. Die mit ca. 130 Werken bisher größte in Österreich gezeigte Retrospektive führt den Werdegang der Künstlerin von ihren ersten geometrischen, dann gestisch-abstrakten Werken zur berühmten „Space Art“ – Kogelniks Begriff für ihre individuelle Ausprägung der Pop Art – bis hin zum bisher wenig beachteten Spätwerk vor. Dem chronologischen Rundgang ist ein erster Raum mit den wichtigen Hangings und Selbstbildnissen vorangestellt. Dem Spätwerk wird erstaunlich viel Raum gegeben, während die berühmten Glasköpfe fehlen. mehr ... |
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Das mumok zeigt einen repräsentativen Querschnitt durch das malerische Werk Albert Oehlens (* 1954). In den frühen 80er Jahren mit wilder, gestischer und vor allem figurativer Malerei als „Junger Wilder“ bekannt geworden, arbeitet sich der heute in der Schweiz und Spanien lebende Künstler an den vermeintlichen Grenzen des Mediums ab. Den illusionistischen Raum der klassischen Malerei erweiterte er durch Spiegel, seine abstrakt-gestische Malerei nannte er „postungegenständlich“, für „bionische“ Bilder nutzte er ab 1990 ein Grafikprogramm, erarbeitete sich ab 1997 die bunte Farbe über „graue Bilder“ neu, collagiert banalste Werbesujets (oft wenig bekleidete, junge Frauen) mit seiner Malerei und verwandelt sie in Hochkunst, jüngst arbeitet er verstärkt mit dem weißen Bildgrund. Als Oehlen begann, sich mit Malerei zu beschäftigen, wurde ihr Tod vorausgesagt. Seither stellt er sie auf den Prüfstand, nutzt die sprichwörtliche Freiheit der Kunst, um zwischen subjektivem Ausdruck und Werbungsästhetik schroff hin- und herzupendeln. mehr ... |
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Verena Dengler beschäftigt sich in der MAK-Galerie mit Anna O., jener Patientin, mit der laut Sigmund Freud die Psychoanalyse begann. Hinter dem berühmten Pseudonym steckt Bertha Pappenheim (1859-1936), eine Wiener Jüdin, 1904 Begründerin und erste Präsidentin des Jüdischen Frauenbundes (JFB), passionierte Sammlerin von filigranen Spitzen. 1935 schenkte sie bei einem Wien-Besuch dem MAK ihre über Jahrzehnte in ganz Europa zusammengetragene Sammlung an Häckel-, Klöppel- und Nadel-Spitze. Verena Dengler stellt dieser privaten Sammelleidenschaft ihre höchst eigene Mode- und Textilsammlung gegenüber: Spitze mit Darstellungen der Menora oder dem doppelköpfigen Reichsadler trifft auf eine in China produzierte, vulgo gefakte Coco Chanel-Tasche und jüngst aufgesticktem Pappenheim-Porträt, T-Shirts mit Logo und Aufdrucken auf Plakate, Laura Ashley Polster auf eine Art-and-Craft-Tapete mit psychedelischem Muster, Porzellanfiguren aus Asien auf Spielzeughelikopter und Banküberfall. mehr ... |
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Die Niederösterreichische Landesausstellung 2013 „Brot & Wein“ beschäftigt sich in umfassender Weise mit einer Kulturgeschichte dieser beiden Grundnahrungsmittel. Der sakramentale Gesichtspunkt, der im Titel deutlich mitschwingt, tritt an verschiedenen Orten und Räumen der Ausstellung auf, ist aber keineswegs ein tragender. Vielmehr werden in vielfältiger Weise die Herstellung von Brot und Wein, vor allem in ihrer Bedeutung für die Wirtschaft, das tägliche Leben und die unterschiedlichsten kulturellen Anwendungsformen anschaulich nachgezeichnet. Dabei bilden nicht nur Kunstwerke eine tragende Säule in der Visualisierung, sondern interaktive Medien, Spiele und Verkostungen von „Urzeit-Knäcke“ werden ebenso gezielt wie besucher_innenfreundlich eingesetzt. mehr ... |
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Dass Gottfried Helnwein für schockierende Bilder steht, in denen er Gewalt gegen Kinder, das NS-Regime und den Umgang mit NS-Verbrechern anklagt, ist hinlänglich bekannt. Helnwein hat sich seit seinem Studium an der Wiener Akademie Anfang der 70er Jahre der Darstellung von Schmerz, Gewalt, Zerstörung aber auch kindlicher Schönheit verschrieben. Gerade in dieser Kombination entwickeln seine Bildfindungen eine verstörende Anziehungskraft. Den 65. Geburtstag zum Anlass nehmend, widmet die Albertina dem Performance-Künstler und Maler eine Retrospektive, die im wahrsten Sinne unter die Haut geht. Wer einmal die überlebensgroßen, fotorealistischen Gemälde des in Österreich geborenen, dann nach Deutschland und in die USA emigrierten, heute in Irland lebenden Künstlers gesehen hat, kann ihre Wirkmacht am eigenen Leib verspüren. mehr ... |
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Getreu ihrem Motto – „Die Freiheit wird einem nicht gegeben, man muss sie nehmen“ – bewegte sich Meret Oppenheim (1913-1985) fernab stilistischer Zuordnungen. Ihr höchst vielschichtiges Werk, das von Malerei über Skulptur, (Schmuck)Design bis hin zu Gedichten reicht, wird oft mit dem Surrealismus in Verbindung gebracht, geht jedoch weit darüber hinaus. Die Ausstellung im Bank Austria Kunstforum, die in der Folge im Martin-Gropius-Bau in Berlin zu sehen sein wird, dokumentiert ganz deutlich: Die Künstlerin stand als Frau wie als Kreative außerhalb jeglicher Kategorie. Die Freiheit, die sie für sich als Person in den 30er-Jahren durchsetzte, forderte sie auch für ihre Kunst. Ihrer schwierigen Rolle als Künstlerin und Muse im Zirkel der Surrealisten entzog sie sich durch ein Studium der Malerei und der Restaurierung. Was auf die berühmte „Pelztasse“ folgte, fasst die für Wien und Berlin von Heike Eipeldauer kuratierte Schau imposant zusammen! mehr ... |
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Im Gespräch mit Ivan Ristić, Kurator der Ausstellung „Die Bühnen des Richard Teschner“ (gemeinsam mit Kurt Ifkovits), wird bald deutlich, dass Teschner nicht nur auf den von ihm entwickelten Figurenspiegel reduzierbar ist. Stattdessen fächert die Ausstellung ein wunderbar vielschichtiges Werk fernab der üblichen Gattungsgrenzen auf. Der Gesamtkunstwerksgedanke – ganz im Geist der Wiener Kunstschau 1908 – schwebt über allem, denn Teschner beschäftigte sich mit Malerei und Zeichnung, Kunsthandwerk und Figurenspiel, war Synästhethiker und stilistisch und ideologisch der Moderne verpflichtet. Das Kuratoren-Duo kontextualisiert den Deutschböhmen Teschner in der Prager Décadence, spricht über dessen erste Erfolge als Kunsthandwerker und führt in die Teschner-Bühne ein. Zwischen Jugendstil-Ästhetik, Stummfilm und Zauberwelt stilisierte sich Teschner selbst zum „Magier von Gersthof“. mehr ... |
















